Fritz Wepper spielt

die Bestie

Ende der 70er Jahre ermordet Joachim Stein in seiner Wohnung seine Ex-Freundin, indem er sie mit einer Weinflasche niederschlägt, würgt, drosselt und mit einem Küchenmesser mehrmals auf sie einsticht. Nur zwei Stunden später ermordet er eine Bekannte. Stein schlägt die Frau mit einem Hammer nieder, würgt sie mit bloßen Händen, misshandelt sie mit einer Peitsche und tötet sie anschließend mit einem Rasiermesser. Stein flüchtet danach in eine andere Stadt, wo er in der Wohnung eines Steuerberaters, den er in einer Kneipe am Hauptbahnhof kennen lernt, Unterschlupf findet. Nach einem Fahndungsaufruf im Fernsehen glaubt sich Joachim Stein von seinem Mitbewohner durchschaut und ermordet ihn schließlich mit einem Messer.

Im Prozess zeigt Stein keinerlei Reue. Im Gegenteil, er verspottet sogar die Opfer. Obwohl die Eltern eines der Opfer anwesend waren, sagte er im Gerichtssaal: „Um die beiden Hühner war es sowieso nicht schade.“ Später droht er dem Staatsanwalt, ihn umzubringen. Trotz solch extremer Aussagen hielt das Gericht Stein für voll schuldfähig, bescheinigte ihm jedoch eine „schwere seelische Abartigkeit.“ Er wird schließlich wegen dreifachen Mordes aus niederen Beweggründen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. In der Haft verletzt Stein unter großer Brutalität zwei Mitgefangene lebensgefährlich und wird deshalb in den Hochsicherheitstrakt verlegt, wo er die meiste Zeit in Einzelhaft verbringt.

Dieser Mann hat drei Menschen innerhalb weniger Tage auf brutalste Weise ermordet. Doch macht ihn das zu einem Serienmörder mit tatübergreifenden Motiven? Hatte er Spaß am Töten oder geschahen die drei Morde im Affekt? Würde Joachim Stein weiter morden, wenn er je wieder auf freien Fuß käme? Der Dreifachmörder wirkt im Gespräch mit Stephan Harbort zunächst gehemmt und fast schüchtern. Es fällt schwer ihn einzuschätzen. Doch es dauert nicht lange, bis Stein diese Fassade fallen lässt.