L.A. in Flammen - Das Schicksalsjahr 1992

Es ist fast, als wenn es eine Explosion gegeben hätte. Eine Druckwelle macht sich breit und zerstört alles, was sich ihr in den Weg stellt. So kann man beschreiben, was am 29. April 1992 in Los Angeles passierte.

Der Afroamerikaner Rodney King war über ein Jahr zuvor in Los Angeles von der Polizei angehalten und grundlos zusammengeschlagen worden. Ein Anwohner hielt die Misshandlung auf Video fest, zwei Wochen später folgte die Anklage gegen vier Polizisten wegen Körperverletzung.

Als die angeklagten Beamten freigesprochen werden, kämpft die schwarze Bevölkerung in L.A. schon lange mit Rassismus, Armut und Perspektivlosigkeit. Der Freispruch bringt das Fass zum Überlaufen. Und die Gewalt nimmt ihren Lauf.

In den nächsten sechs Tagen herrscht Ausnahmezustand in South Central L.A. Die schwarze Bevölkerung ist getrieben von Wut und viele greifen wahllos jeden an, der nicht schwarz ist. Geschäfte werden geplündert, Existenzen werden zerstört. Bei all dem schaut die Polizei tatenlos zu.

Um der Gewalt ein Ende zu setzen, tritt drei Tage nach Beginn der Ausschreitungen ein sichtlich mitgenommener Rodney King das erste Mal seit der Urteilsverkündung vor die Kameras und spricht das aus, was vielen fassungslosen Bürgern in den Herzen brennt:

"Can we all get along?“

Erst am 2. Mai, sechs Tage nach Beginn der Ausschreitungen, können die Beamten die Kontrolle über den Stadtteil zurückgewinnen.

Zurück bleibt eine traurige Bilanz: 63 Tote, mehr als 2.000 Verletzte, knapp 2.000 angezündete Gebäude und ein Schaden von etwa einer Milliarde Dollar.

1992 ist bis heute das tödlichste Jahr in der Geschichte von Los Angeles.